Für wen dieser Guide gedacht ist
Inhaber, die sich eine fundierte Bewertungsperspektive aufbauen wollen – ohne Bewertungsgutachten ersetzen zu müssen.
Was Sie mitnehmen
- DCF, Multiples und Substanzwert im Vergleich verstehen
- EBITDA-Bereinigungen einordnen
- Net Debt und Working Capital als Brücke zum Equity Value
- Realistische Bewertungsbandbreiten ableiten
Warum es keinen „einen" Wert gibt
Der „Wert" eines Unternehmens unterscheidet sich je nach Methode, je nach Käufergruppe und je nach Verhandlungssituation. Realistisch ist eine Bandbreite, kein Punkt.
Die drei zentralen Methoden im Vergleich
| Methode | Grundlogik | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| DCF | Diskontierte zukünftige Cashflows | Sensitivität, Treiberlogik | Stark annahmenabhängig |
| Multiples | EBITDA × Branchen-Multiple | Marktbezug, Vergleichbarkeit | Vergleichswert-Qualität |
| Substanzwert | Wert der Vermögensgegenstände | Bodenkennzahl | Keine Ertragsperspektive |
EBITDA-Bereinigungen: Was Käufer akzeptieren
Käufer akzeptieren Bereinigungen nur, wenn sie nachvollziehbar, belegt und nicht-wiederkehrend sind. Privatkostenanteile, Einmaleffekte oder inhaberspezifische Vergütung sind klassische Bereinigungspositionen – aber jede einzelne braucht Substanz.
- Inhaberspezifische Vergütung über Marktniveau
- Privatkostenanteile (Fahrzeuge, Versicherungen, Bewirtungen)
- Einmalige Rechts-/Beratungskosten
- Restrukturierungs- oder Umzugskosten
- Pandemiebedingte Sondereffekte
Vom Enterprise Value zum Equity Value
Was Käufer letztlich überweisen, ist nicht der Enterprise Value, sondern der Equity Value: Enterprise Value abzüglich Net Debt, ggf. korrigiert um Working-Capital-Abweichungen vom Normalniveau.
Was den Wert wirklich treibt
- Qualität und Nachhaltigkeit der Erträge
- Wachstumsperspektive und Pipeline
- Kundenstruktur und Konzentration
- Inhaberunabhängigkeit
- Skalierbarkeit der Organisation
- Qualität der Daten und Verträge