Herausforderungen und Best Practices für die rechtssichere Datenverarbeitung im Verkaufsprozess.
Die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist ein zentraler Bestandteil professioneller M&A-Transaktionen. Da Käufer hohe Bußgelder fürchten, kann ein mangelhafter Datenschutz die Transaktionssicherheit beeinträchtigen oder den Unternehmenswert negativ beeinflussen.
## DSGVO im M&A-Kontext
Bei einem Unternehmensverkauf werden zwangsläufig personenbezogene Daten offengelegt – von Mitarbeiterlisten bis hin zu Kundendatenbanken. Die DSGVO unterscheidet hierbei nicht zwischen dem operativen Geschäft und einer Transaktionssituation. Jeder Datentransfer muss auf einer gültigen Rechtsgrundlage basieren.
### Die Due-Diligence-Phase
In der Prüfungsphase (Due Diligence) ist das Spannungsfeld zwischen der Informationspflicht des Verkäufers und dem Datengeheimnis am größten. Eine uneingeschränkte Offenlegung ist in der Regel unzulässig.
**Was häufig offengelegt werden kann (unter Auflagen):**
- Anonymisierte Mitarbeiterdaten (z. B. Funktionen, Gehaltsgruppen statt Namen).
- Aggregierte Umsatzdaten nach Kundengruppen.
- Vertragswerke, bei denen personenbezogene Details geschwärzt wurden.
**Was in frühen Phasen kritisch ist:**
- Vollständige Mitarbeiterlisten mit Anschriften und Geburtsdaten.
- Klardaten einzelner Privatkunden ohne explizite Rechtsgrundlage.
- Besondere Kategorien personenbezogener Daten (z. B. Gesundheitsdaten, Religionszugehörigkeit).
### Strategische Schutzmaßnahmen
Um die Transaktionsfähigkeit zu gewährleisten, sollten folgende Maßnahmen implementiert werden:
1. **Erweitertes NDA:** Die Vertraulichkeitsvereinbarung muss spezifische Datenschutzbestimmungen enthalten, die über die reine Geschäftsgeheimhaltung hinausgehen.
2. **Strukturierter Datenraum:** Der Einsatz eines zertifizierten virtuellen Datenraums ist Standard. Hierbei ist ein datenschutzrechtlicher Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter zwingend.
3. **Black-Box-Verfahren:** Hochsensible Daten werden oft erst in der letzten Phase der Due Diligence („Clean Room“) einem sehr kleinen Personenkreis zugänglich gemacht.
4. **Schwärzung & Pseudonymisierung:** Dokumente sollten vor dem Hochladen systematisch auf personenbezogene Daten geprüft und bei Bedarf geschwärzt werden.
### Nach dem Closing
Mit dem Vollzug der Transaktion (Closing) geht die Verantwortung für die Daten auf den Käufer über. Dies erfordert meist:
- Die schriftliche Information der betroffenen Personen über den Verantwortungswechsel.
- Eine Harmonisierung der Datenschutz-Managementsysteme.
- Die Prüfung, ob bestehende Einwilligungen auch unter der neuen Eigentümerstruktur fortbestehen.
Nexit Partners unterstützt dabei, die ESG- und Compliance-Anforderungen im Datenraum proaktiv vorzubereiten, um einen reibungslosen Prüfprozess zu ermöglichen.
Stand: Mai 2026. Regulatorische Anforderungen können sich ändern und sollten im Einzelfall geprüft werden.