Vendor Due Diligence umsetzen: Vom Auftrag bis zum Käuferzugang

Ein konkreter Ablauf für Unternehmer, die eine Verkäuferprüfung bereits planen und jetzt richtig aufsetzen wollen.

Gründer von NEXIT Partners · Unternehmer und ehemaliger CFO
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Der Entschluss steht: Sie wollen Ihr Unternehmen vor der Käuferprüfung selbst untersuchen lassen. Jetzt entscheidet die Ausgestaltung des Auftrags, ob die Vendor Due Diligence zu einer belastbaren Grundlage wird oder zu einem Bericht, dessen wichtigste Grenzen erst im Verkaufsprozess auffallen.

Dieser Beitrag setzt bei der Umsetzung an. Wenn noch offen ist, ob Sie eine vollständige Prüfung benötigen, beginnen Sie mit der Abgrenzung von Vendor Due Diligence und Vendor Assistance. Hier geht es darum, einen gewählten Prüfungsansatz richtig aufzusetzen und seine Ergebnisse nutzbar zu machen.

Den Auftrag an einer konkreten Entscheidung ausrichten

„Prüfen Sie das Unternehmen“ ist als Auftrag zu weit. Eine Financial VDD kann Ergebnisqualität, Betriebsmittel und Schulden untersuchen. Daraus folgt noch keine rechtliche, steuerliche oder technische Gesamtprüfung. Halten Sie die benötigten Fachgebiete, Rechtsträger und Zeiträume ausdrücklich fest.

Der Auftrag sollte außerdem erklären, welche Entscheidung der Bericht unterstützen soll: mehrere Käufer auf eine abgestimmte Zahlenbasis bringen, einen herauszulösenden Geschäftsbereich darstellen oder die Wirkung einer Restrukturierung nachvollziehbar machen. Diese Fragestellung bestimmt Umfang und benötigte Daten.

PwC unterscheidet Verkäuferunterstützung und vertiefte Verkäuferprüfung. Für Ihren Auftrag ist deshalb die Leistungsbeschreibung entscheidend, nicht allein die Bezeichnung auf dem Angebot.

Sechs Punkte vor der Beauftragung festhalten

Tabelle bei Bedarf seitlich scrollen.

AuftragsentscheidungWas schriftlich vorliegen sollte
GegenstandGesellschaften, Geschäftsteile, Perioden und bewusst ausgeschlossene Themen
DatenbasisVerfügbare Abschlüsse, Monatszahlen, Analysen und bekannte Lücken
PrüfleistungUntersuchungsfragen, Arbeitstiefe und fachliche Verantwortung
BerichtForm, Adressaten, Stichtag und Umgang mit Einschränkungen
NutzungWeitergabe, zulässige Verwendung und gegebenenfalls gesonderte Reliance-Vereinbarung
ÄnderungenZusatzaufwand, neue Sachverhalte, Aktualisierung und Entscheidungsweg

Eine Reliance-Vereinbarung kann den rechtlichen Umgang mit der Nutzung des Berichts regeln. Sie entsteht nicht automatisch durch das Hochladen in einen Datenraum. Wer sich in welchem Umfang auf den Bericht stützen darf und welche Haftung vorgesehen ist, klären Anbieter und Rechtsberater anhand der konkreten Vereinbarung.

Datenstand einfrieren, ohne das Geschäft einzufrieren

Legen Sie einen Ausgangsstand fest: Index, Datenstichtag, freigegebene Version und Ansprechpartner je Themenbereich. Anschließend läuft das Geschäft weiter. Neue Monatszahlen und wesentliche Veränderungen kommen deshalb über einen geregelten Aktualisierungsweg hinzu.

Hypothetisch basiert die erste Analyse auf Zahlen bis Juni. Im August endet ein wichtiger Kundenvertrag. Der Bericht darf dann nicht unverändert den Eindruck vermitteln, die Erlösbasis sei bis zur Veröffentlichung gleich geblieben. Der Prüfer beurteilt die Ergänzung; Finance liefert Vertragsdaten und aktuelle Zahlen. Der Verkäufer entscheidet mit seinen Beratern über den weiteren Prozess.

Das Beispiel zeigt auch, weshalb ein Bericht kein dauerhaftes Gütesiegel ist. Datenstand und Nutzungszeitpunkt müssen zusammenpassen.

Kritische Befunde zuerst intern entscheidbar machen

Lassen Sie jeden wesentlichen Befund in einer kurzen Entscheidungsvorlage erläutern: Was wurde festgestellt? Welcher Nachweis trägt die Aussage? Was ist offen? Welche wirtschaftliche Wirkung ist belegbar? Welcher Fachpartner muss als Nächstes entscheiden?

Eine technische Korrektur und ein wirtschaftliches Problem verlangen unterschiedliche Reaktionen. Eine doppelt erfasste Rechnung kann bereinigt werden. Ein fehlendes Nutzungsrecht verlangt eine rechtliche Lösung. Eine strukturell rückläufige Marge bleibt eine geschäftliche Aufgabe, auch wenn sie im Bericht gut beschrieben ist.

Negative, zutreffende Ergebnisse werden nicht durch eine gefälligere Formulierung beseitigt. Sachliche Fehler werden korrigiert; Meinungsunterschiede und Untersuchungsgrenzen müssen nachvollziehbar bleiben. Genau diese Trennung macht den Bericht später brauchbar.

Den Bericht mit der Käuferprüfung verbinden

Stellen Sie Bericht, Anlagen und zugrunde liegende Daten so bereit, dass Referenzen eindeutig sind. Ein Käufer muss erkennen können, auf welche Fassung sich eine Aussage bezieht. Organisieren Sie zusätzliche Fragen gemeinsam mit den zuständigen Fachleuten.

Ein vorhandener VDD-Bericht verpflichtet keinen Käufer, auf eigene Prüfungen zu verzichten. Seine Finanzierungspartner oder sein Geschäftsmodell können weitere Fragen auslösen. Planen Sie diese Arbeit ein, statt eine einmalige Prüfung als Ende aller Rückfragen zu behandeln.

Auch der Empfängerkreis bleibt eine bewusste Entscheidung. Vor der Weitergabe werden Nutzungsrechte, Vertraulichkeit und erforderliche Datenschutzfreigaben abgestimmt. Besonders sensible Rohdaten werden nicht allein deshalb allgemein zugänglich, weil ein Bericht auf ihnen beruht.

Wann ist das Arbeitspaket abgeschlossen?

Für den vereinbarten Umfang liegt eine freigegebene Berichtsfassung vor. Wesentliche Befunde sind entschieden oder mit Verantwortlichem und Termin offen ausgewiesen. Die berechtigten Empfänger kennen Datenstand und Grenzen. Eine zuständige Person führt neue Informationen und Käuferfragen nach.

Für die nächste Projektsitzung genügt daher eine klare Frage: Welche Entscheidung ist durch die Prüfung jetzt besser möglich – und welcher Nachweis fehlt noch? Der Wert einer VDD zeigt sich in dieser Antwort, nicht in ihrer Seitenzahl.

Quellen / weiterführende Referenzen

  1. PwC – Vendor Assistance und Vendor Due Diligence Abgrenzung von Verkäuferunterstützung und Verkäuferprüfung. Ablauf, Auftragsmatrix und Fallbeispiel sind eigene methodische Erläuterungen.

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Gründer von NEXIT Partners · Unternehmer und ehemaliger CFO

Ich schreibe darüber, wie Unternehmer ihre Nachfolge praktisch vorbereiten: mit nachvollziehbaren Zahlen, übertragbarer Verantwortung und einem klaren nächsten Schritt. Meine Perspektive verbindet CFO-Verantwortung, Unternehmensentwicklung und eigene Gründungen.